Der August: Monat der Entscheidung
August ist Hochsaison zu Studienplatzproblemen
Heißer August für Studienbeweber (für das Wintersemester)
... oder heißer Februar (für das Sommersemester)
Nicht Sommerloch, sondern alljährlich Hochsaison ist im August bei vielen Universitätsverwaltungen und bei der ZVS, der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze, Dortmund. Die ZVS verteilt nach den Umstellungen der letzten Jahre inzwischen fast nur noch Plätze der medizinischen und medizinnahen Studienfächer (Medizin / Humanmedizin, Zahnmedizin, Psychologie, Tiermedizin). Von ihr erhalten die glücklichen Abiturienten mit Bestnoten Mitte August die verbindliche Zusage eines Studienplatzes. Die wenigsten der Antragsteller haben den nötigen Abiturnotendurchschnitt für diese Sofortzulassung: Für Humanmedizin um 1,1, für Zahnmedizin um 1,3.
Etwa gleichzeitig erfolgt bei der ZVS Versand der Absagen für die meisten der Antragsteller, des Weiteren an viele der Versand der Zulassung zu Auswahlgesprächen der Hochschulen. Soweit Hochschulen Auswahlgespräche vorsehen, zählen neben der Abiturnote auch Praktika, medizinische Ausbildung und das Überzeugungsvermögen im Gespräch. Jede Hochschule kann die Gewichtung solcher Pluspunkte relativ autonom definieren. Für viele Bewerber ist die Zukunft und also die Lebensplanung demnach noch offen - Stress garantiert.
Unterdessen versenden die Universitäten selber bereits ab Anfang August die ersten Zulassungen oder Ablehnungen zu anderen Studiengängen.
Seit dem Wintersemester 2008/2009 hat der Abschluss Bachelor erstmals bei einigen Studienfächern die früheren Diplom-Studiengänge weitgehend ersetzt, beispielsweise im Fach Biologie. Durch die Summe der Umstellungen der letzten Jahre und durch die Unübersichtlichkeit der Verfahren könnte gegenwärtig in manchen Fächern eine bessere Verfügbarkeit von Studienplätzen eintreten. Dann könnten alle Bewerber letztlich bei umfänglichen Bewerbungen ihr Wunschstudium zum kommenden Wintersemester antreten. Diejenigen, die sich weniger routiniert beworben haben, haben immer noch bestimmte Antragsmöglichkeiten und ferner die Möglichkeit des Klageverfahrens.
Von mehr freien Studienplätzen können Medizinbewerber dahingegen nur träumen.
Der Trend geht eindeutig in Richtung auf Verschlechterung. Beim meistbegehrten Fach, der Humanmedizin, überschreitet die Zahl der Bewerber in diesen Jahren regelmäßig die Zahl der Studienplätze etwa um das Vierfache. Wer beim Abitur einen ,,schlechteren'' Notendurchschnitt als etwa 1,6 erzielt hat, auch dann, wenn er den Grenzwert nur haarscharf verfehlt hat. Er muss gegenwärtig mit etwa 5 Jahren Wartezeit rechnen, bis er sein Studium beginnen kann. Hier für einige Wintersemester die Zahl der Bewerber, in Klammern die bundesweit zu verteilenden Studienplätze, sodann die Anzahl der Studienbewerber pro Studienplatz:
Humanmedizin:
2006/07: 33 570 (8 492) =3,95:1
2007/08: 35 033 (8 377) =4,18:1
2008/09: 35 393 (8 454) =4,19:1
Zahnmedizin:
2006/07: 5 568 (1 483) =3,75:1
2007/08: 5 343 (1 508) =3,54:1
2008/09: 5 480 (1 495) =3,37:1
Tiermedizin:
2006/07: 5 181 (1 039) =4,99:1
2007/08: 5 762 (1 050) =5,49:1
2008/09: 5 567 (1 070) =5,20:1
Wartezeiten verlängern sich
Die Wartezeit für Humanmedizin, also für die große Mehrheit der Studienbewerber, ist leider von vier Wartejahren nun angestiegen auf fünf Wartejahre: Die voraussichtliche Frist bis zur Zuteilung eines Studienplatzes, auf die sich ein Neuabiturient als Erstbewerber einzurichten hat, bevor er sein Studium beginnen darf. Wer schon fünf bis fünfeinhalb Jahre wartete, darf nun endlich studieren. Für Tiermedizin ist die voraussichtliche Wartezeit seit etwa 2006/07 gleichbleibend fünf Jahre; für Zahnmedizin etwa vier Jahre, Trend in Richtung auf viereinhalb Jahren. Für Psychologie ist es nicht besser.
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Seit 20 Jahren spezialisiert auf Hochschulrecht; mehr als 1000 Studenten erreichten so ihr Wunschstudium.
Hier ein Tabellenbeispiel für: August 2008
Haupttabelle der Resultate der ZVS für neue Bewerber - aus der amtlichen Site zvs.de
- viele weitere Tabellen finden Sie auf: zvs.de
Dieser Tabelle zeigt die nötigen Abitur-Notendurchschnitte der Bewerber mit Herkunft (Abitur) aus...
Die Angaben für Biologie sind ohne wesentliche Bedeutung, da inzwischen fast alle Universitäten vom Diplom-Studiengang zum Studiengang Bachelor übergegangen sind, und dafür liegt die Verteilung der Plätze in der Autonomie der Universitäten.
Tabelle der Resultate für die 20 % Erstverteilung
* Hinweis auf engagiert bemühte Hilfe zur Alternative des Quereinstiegs: unv7.org
Dieser Dienst arbeitet seit über 20 Jahren und dürfte bereits 1000 oder mehr Studenten beim Quereinstieg begleitet haben.
